Historisches und Geschichtliches
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Eröffnung des Technologie- und Gründerzentrums Torgau im Juni 1997
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Vom Generatorenhaus |
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Pressegespräche und Interviews zur Eröffnung des TGZ-Torgau
Brutkasten für neue Existenzen
Der hauptamtliche Geschäftsführer Jürgen Windrath (53
Jahre) Dipl.-Ing. (FH) spricht in diesem Interview mit dem Sonntags-Wochenblatt
Torgau - Oschatz über die Entstehungsgeschichte, die Aufgaben und Ziele des TGZ.
(Juni 1997)
? Herr Windrath wie und warum kam es zur Gründung
des TGZ-Torgau?
Schon Anfang 1992 gab es einen eher lockeren Gesprächskreis, mit der damaligen
Landrätin, Frau Tomczak, den Banken, mittelständischen Unternehmern (besonders
zu erwähnen der Vegla - Geschäftsführer Dr. Förster) und dem Bürgermeister der
Stadt Torgau, aus dem der Wirtschaftsförderverein hervorging. In diesem Kreis
wurde auch die Idee vom Gründerzentrum geboren.
? Könnten Sie diese Idee etwas näher erläutern?
Wir wollten neben der Wirtschaftsförderung durch Bund und Land auf
privatwirtschaftlich organisierter Basis die Entwicklung von Wirtschaft und
Gewerbe forcieren.
Erfolgreiche Vorbilder in den alten Bundesländern gab es schon. Das Landratsamt
ließ eine Konzeption im Juni 1993 für das TGZ erarbeiten.
? Welchen Vorteil hat man, wenn man seine Schritte
in die Selbständigkeit im TGZ-Torgau beginnt?
Wir wollen der Brutkasten für neue Existenzen sein und optimale
Wachstumsbedingungen für die ersten Jahre in der rauen Welt der Marktwirtschaft
schaffen.
? Könnten Sie ihre "Philosophie" bitte an einem
Beispiel etwas näher erläutern?
Selbständigkeit in einem Gewerbe kostet am Anfang viel Geld. Und ehe man seine
eigentliche Geschäftsidee umsetzen kann, braucht man ein Grundstück, ein Büro,
eine Werkstatt mit moderner, auch teurer Technik und nicht zu vergessen eine
faire Beratung.
Hier setzen wir an: Im TGZ findet der Existenzgründer Werkstätten, Büros,
Kommunikationstechnik, Beratungsräume, Betreuung und vieles andere mehr zu sehr
guten Konditionen.
? Aber diese Bedingungen können ihre Mieter bestimmt
nicht auf Ewigkeit nutzen?
Natürlich nicht! Bis zu fünf Jahren kann man sich hier einmieten. Die
Geschäftsidee kann am Markt getestet werden, ein Kundenstamm aufgebaut werden,
man kann erste Bilanzen vorweisen und damit die Banken überzeugen, Kredite für
das Jungunternehmen bereitzustellen.
? Herr Windrath, schon vor der offiziellen Eröffnung
sind Mieter eingezogen und in ihrer Nachbarschaft auf dem Gewerbegebiet am
Glaswerk ist ein reges Geschäftsleben zu beobachten?
Anfangs gab es Diskussionen, ob der Standort am Glaswerk der richtige sei oder
ob ein Neubau in einem entstehenden Gewerbegebiet nicht besser wäre. Die Praxis
beweist es, wir sind hier genau richtig. Viele gestandene, erfolgreiche
Unternehmen arbeiten in unserer Nachbarschaft, z. B. der Torgauer Maschinenbau,
der Korrosionsschutz der Torgauer Maler GmbH, die Vegla, insgesamt 35. Hier
entstehen ganz natürlich und manchmal fast von selbst neue Geschäftsbeziehungen.
Die Existenzgründer arbeiten nicht unter Laborbedingungen. Sie können sich in
ein funktionierendes System eingliedern. Außerdem war die Nutzung der
vorhandenen Flakogebäude weniger teuer als ein Neubau.
? Gibt es eine bestimmte Zielgruppe, die sich als
Mieter in diesen Räumen begrüßen würden?
Ganz besonders innovative Unternehmen, aber auch produzierendes Gewerbe und
wirtschaftsnahe Dienstleistungen. Aber wir sind ein offenes Haus, was wir auch
durch die Verwendung von viel Glas in und am Bau dokumentieren wollen. Glas hat
ja in unserer Region eine große Wirtschaftstradition. Das Flako in Torgau oder
die Glasseide in Oschatz hat doch viele gut ausgebildete Menschen
hervorgebracht. Hier liegt viel Know-how brach. Auch im Maschinenbau gibt es
noch viel Fachwissen (z. B. Lamator). Aber wie gesagt, wir sind offen. Jeder
Existenzgründer oder Gründungswillige sollte mit uns das Gespräch suchen.
? Die ersten Mieter sind eingezogen, ist da noch
Raum für weitere vorhanden?
Ja! Per 31. 5. 1997 sind noch 740 m² (von 1900 m²) Mietfläche
frei, ein kompletter Werkstattbereich und 10 Büro- bzw. Laborräume zwischen 16
m² und 43 m².
? Besteht nicht die große Gefahr, dass sich hier
eine "Insel der Glückseligen", abgeschieden von der rauen Wirklichkeit,
entwickelt?
Überhaupt nicht! Der Mieter muss sich seinen Erfolg selbst erarbeiten. Wir
helfen, wo wir können und wenn es nur mal Telefon- oder Kopierdienste sind.
Unser Haus steht nicht nur unseren Mietern zur Verfügung.
Die modernen Konferenzräume können von jedem Unternehmen aus dem Landkreis, ja
aus der ganzen Bundesrepublik, genutzt werden. Wir führen Seminare für
Unternehmensgründer und auch für gestandene Unternehmer durch. Erste gute
Erfahrungen gibt es in der Zusammenarbeit mit der IHK zu Leipzig. Wir arbeiten
für die Zukunft und sind darum für alle Anregungen, Ideen und Vorschläge offen.
? Wie kommen Interessenten mit Ihnen in Kontakt?
Ganz einfach. Bei uns geht alles absolut unbürokratisch. Ein Anruf genügt und
schon sind wir im Gespräch.
Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihrem Haus und seinen Mietern
wirtschaftlichen Erfolg und das notwendige Glück!
Gespräch: E. Baumbach
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Die helfende Hand reichen
Der „Brutkasten", das Torgauer Technologie- und Gründerzentrum (TGZ), wird
offiziell seiner Bestimmung übergeben. Gesellschafter der Einrichtung ist unter
anderem die Stadtverwaltung. Das Sonntags-Wochenblatt sprach mit Bürgermeister
Wolfgang Gerstenberg über dessen Vorstellungen von der Wirksamkeit des TGZ.
(Juni 1997)
? Herr Gerstenberg, worin sehen Sie die Hauptaufgabe
des Technologie- und Gründerzentrums?
Die drei Gesellschafter, das sind neben uns das Landratsamt und die
Kreissparkasse, wollen mit dem TGZ einen Beitrag zur Wirtschaftsförderung der
Region leisten. Es soll ein echtes Dienstleistungszentrum für Jungunternehmer
und Existenzgründer sein, das unter anderem als Bindeglied zwischen den Ämtern
und den Firmen fungiert. Gleichzeitig bieten sich hier ideale Startbedingungen.
? Welche Startbedingungen meinen Sie da konkret?
Da reicht die Palette von der Erstellung und Umsetzung des Unternehmenskonzeptes
bis hin zu sehr günstigen Mietpreisen für Büros, Werkstätten und Labors.
? Nun ist das TGZ ja im Gewerbepark am Glaswerk
entstanden. Warum hat man nicht eine Fläche auf Torgaus Gewerbegebieten genutzt?
Ich hätte es schon gern auf unsere Flächen genommen, doch das wäre wesentlich
teurer geworden. Hier am Glaswerk haben sich viele Firmen angesiedelt, und die
gehören auch zu Torgau. Ich sehe das Gebiet nicht als Konkurrenz zu den
städtischen.
? Als Gesellschafter hat man auch finanzielle
Forderungen zu erfüllen. Wie hoch liegen die und wer kontrolliert den Einsatz?
Die Stadt hält nur einen geringen Anteil am TGZ. Dementsprechend liegt unser
jährlicher finanzieller Anteil bei 25.000 €. Was geschieht, bestimmen alle drei
Gesellschafter. Geschäftsführer Jürgen Windrath ist für die Umsetzung zuständig
und muss Rechenschaft über seine Arbeit leisten.
Gespräch: Frank Lehmann
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"Das eigene Potential nutzen ..."
Anlässlich der TGZ - Eröffnung sprach das
Sonntags-Wochenblatt mit Landrat Robert Schöpp über Perspektiven der Wirtschaft
im Landkreis. (Juni 1997)
? Welchen Anteil hatte das Landratsamt an der
Konzeption und dem Bau des TGZ?
Bereits Anfang 1993 wurde im Zusammenwirken des Landratsamtes mit dem
Wirtschaftsförderungsverein die Idee zur Schaffung einer Einrichtung zur
Wirtschaftsförderung, ggf. als ein TGZ, entwickelt. Das Landratsamt hat
daraufhin die Anfertigung einer Studie zur möglichen Schaffung eines TGZ in
einer Region ohne ansässige Hochschulen bzw. wissenschaftlich-technische
Einrichtungen in Auftrag gegeben. Durch das engagierte Wirken des damaligen
Landrates, Herrn Meinecke, konnte bereits Ende 1993/Anfang 1994 die
Konstituierung der Gesellschafterversammlung zur Gründung der Technologie- und
Gründerzentrum Torgau GmbH (TGZ) erfolgen. Damit wurde der symbolische
Grundstein für den Aufbau des TGZ Torgau gelegt. Der Landkreis Torgau - Oschatz
hält 60 % der Gesellschafteranteile und trägt damit finanziell den Hauptanteil.
Seit 1994 wurden 180.000 € aus dem Haushalt des Landkreises Torgau - Oschatz
bereitgestellt. Für 1997 sind trotz der angespannten Haushaltssituation weitere
71.500 € geplant.
? Herr Landrat, was erhoffen Sie sich vom TGZ
Torgau?
Mit dem TGZ verbinde ich die Erwartung, dass dadurch die wirtschaftliche
Entwicklung des Landkreises positiv beeinflusst wird, indem durch die günstigen
Bedingungen des Hauses vorrangig Existenzgründern und Jungunternehmern im
produzierenden, innovativen Bereich erleichterte Startmöglichkeiten beim
Einstieg in die soziale Marktwirtschaft geboten werden. Das TGZ soll sich zu
einem Zentrum im umfassenden Sinne der Kommunikation bzw. Transferstelle zur
Unterstützung des vorhandenen Wirtschaftspotentials in der Region entwickeln.
? Kommen Ihrer Meinung nach genügend Initiativen und
Ideen aus dem Gewerbe selbst, um den wirtschaftlichen Aufschwung zu
verstärken?
Unternehmensbesuche, Beratungen und Gespräche mit den Unternehmern verdeutlichen
sehr anschaulich, dass auch in unserem Landkreis zahlreiche gute Beispiele
erfolgreicher Unternehmen, Neugründungen und Privatisierungen einschließlich im
Handwerk vorhanden sind. Ich sehe es als erforderlich, das Zusammenwirken mit
den Interessenvertretungen der Wirtschaft, den Kammern, Verbänden und Vereinen
noch enger zu gestalten. Aber Fördermittel werden nur auf Antrag der Unternehmen
für investitive Maßnahmen bereitgestellt. Dabei werden sicher
noch nicht von allen die Möglichkeiten voll genutzt.
? Welche konkreten Maßnahmen und Ziele haben Sie
sich persönlich auf die Fahne geschrieben, die in den nächsten Monaten
angegangen werden sollen?
Die Verbesserung der Infrastruktur des Landkreises, d. h. der Ausbau der B 87
und des Autobahnzubringers im Süden des Kreises. Unsere Ansprüche stehen ganz
konkret in einem Brief an den Verkehrsminister Wissmann, der, außer von mir,
auch vom Delitzscher Landrat, Herrn Czupalla, vom Torgauer Bürgermeister, von
Abgeordneten sowie von Vertretern einheimische Verbände und Vereine
unterschrieben wurde. Der gemeinsame Kampf mit der CDU-Fraktion um ein neues Amt
in Torgau war erfolgreich. Das Vermessungsamt sollte bekanntlich nach Eilenburg.
1998 wird es in Torgau sein. Das sind 30 bis 40 neue Arbeitsplätze. Die alte
Glashütte kann gerade in Verbindung mit dem TGZ Hunderte neue Arbeitsplätze
bringen. Die notwendige Studie dafür kostet Geld. Wir sind energisch dabei, die
finanzielle Förderung zu bekommen. Noch in diesem Jahr werde ich gemeinsam mit
meinen Amtskollegen aus den Nachbarkreisen in Dresden vorstellig werden, um
nachdrücklich auf unsere wirtschaftliche Situation hinzuweisen. Im Bereich
Landwirtschaff steht die Schweinemastanlage in Langenreichenbach ganz oben an.
Ein Investor steht bereit, doch zuvor müssen die Altlasten beseitig werden.
Genauso wie überall in unserem Landkreis gibt es auch im Tourismus nur
Zuwachsraten wenn die eigenen Potentiale besser genutzt werden.
Herr Landrat, wir danken für das Gespräch.
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Zusammenarbeit zeigt Ergebnisse
Interview mit Siegfried Berndt vom Wirtschaftsförderungsverein Torgau - Oschatz
(Juni 1997)
Dass in der arg gebeutelten Region Torgau besonders die Wirtschaft angekurbelt
werden muss, damit der Anstieg der Arbeitslosigkeit gebremst werden kann, ist
ein offenes Geheimnis. Deshalb hat sich bereits 1992 der
Wirtschaftsförderungsverein Torgau gegründet, der sich in der Zwischenzeit
etabliert hat. Ihm gehören Vertreter wichtiger Firmen, der Banken und der
Kommunalpolitik an. Mit dem Vorsitzenden Siegfried Berndt, dem Leiter der
Filiale der Deutschen Bank in Torgau, sprach das Sonntags-Wochenblatt.
? Herr Berndt, das Technologie- und Gründerzentrum
hat seine Existenz maßgeblich der Initiative des Wirtschaftsförderungsvereins zu
verdanken. Wie stehen Sie heute zu dem Projekt und wie ordnen Sie seinen
Stellenwert in die aktuelle Wirtschaftspolitik ein?
Das TGZ ist u. a. ein Kind unseres Vereins und dem müssen wir jetzt das Laufen
beibringen. Es wird für die Entwicklung der Region wichtige Impulse geben. Mit
der Eröffnung ernten wir die Saat der letzten Jahre. Ob wir am Ende unser Ziel,
ein Brutkasten für Jungunternehmer zu
sein, erreichen können, muss die Zukunft zeigen.
? Wenn jetzt der Startschuss fällt, geschieht dies
beim Punkt Null?
Oh, nein! Zur Zeit sind im TGZ-Torgau ca. 50 Prozent der zur Verfügung
stehenden Flächen vermietet. Die Startbedingungen für die jungen Firmen im TGZ
sind sehr gut. Über Jahre erhalten sie eine ständige und vernünftige Betreuung.
Manch einer wird wohl auch etwas länger brauchen, bevor er den Schritt auf einen
eigenen Gewerbestandort wagen kann.
? Hat der Wirtschaftsförderungsverein weiter
konkrete Initiativen in petto?
Der Wirtschaftsförderungsverein wird jetzt kontinuierlich mit dem Bund der
Gewerbetreibenden und anderen für die Wirtschaftsentwicklung engagierten
Vereinen und Verbänden tätig werden. Entsprechendes Strategie- und
Diskussionspapier ist der erste Schritt. Wir wollen gemeinsam Mittler zwischen
Stadt, Landratsamt, Regierungspräsidium und Landesregierung sein.
Wir stiften einen Preis, der für die beste Existenzgründung zwischen 1990 und
1996 vergeben wird. Dann soll diese Preisverleihung jeweils für das
zurückliegende Jahr erfolgen.
In Tagesseminaren zu aktuellen Fragen und Problemen sehen wir einen Weg, um den
Unternehmen echte Hilfe anzubieten.
Gespräch: Frank Lehmann
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Landratsamt Nordsachsen -
Letzte Änderung / Aktualisierung am:
05.11.2010
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